ACO Haustechnik

2. Funktionen


Wie funktionieren Bodenablaufsysteme, die nach DIN EN 12056 oder DIN EN 1986-100 geplant werden?

Bodenabläufe nehmen in der Regel über einen Rost das Abwasser auf, welches auf Bodenbelägen anfällt. Das Abwasser wird von dort aus üblicherweise über Entwässerungsleitungen in die Kanalisation abgeführt.

Je nach Anwendungsfall verfügen Ablaufsysteme über zusätzliche Anbauteile, um zusätzliche Funktionen gewährleisten zu können.

I. Flansche

Flansche (=Abdichtungsflansche) werden benötigt, um Wasser/Feuchtigkeit von oben und/oder unten an der Durchdringung von Geschossdecken und Bodenplatten zu hindern. Diese Flansche müssen an zweckmäßige Dichtungsbahnen angeschlossen werden. Abhängig von der Einbausituation (Schutz gegen aufsteigendes Wasser, Schutz gegen Oberflächenwasser) werden zwischen Aufsatzstück und Ablaufkörper Sickerringe oder Abdichtringe gesetzt.

II. Geruchsverschlüsse

Der Geruchsverschluss im Bodenablauf ist eine Sicherung gegen das Eindringen gefährlicher Kanalgase aus der öffentlichen Kanalisation in das Gebäude. Deshalb muss jeder Entwässerungsgegenstand in der Regel mit einem Geruchsverschluss versehen sein, der durch eine Wasservorlage Kanalgerüche an der Ausbreitung über die Bodenabläufe hindert.

III. Abwasserzulauf zum Ablaufkörper

Das Abwasser kann auf drei Arten dem Bodenablauf zufließen:

  • Über die Bodenfläche direkt in den Rost
  • Von oben direkt in den Rost mit darüber endendem Auslaufrohr (z.B. bei Wannen)
  • Durch eine Rohrleitung über den seitlichen Zulauf in den Ablaufkörper

Bei unmittelbarer Einleitung, wie es bei Waschkauen und medizinischen Wannen üblich ist, muss das Auslaufrohr des Einrichtungsgegenstandes kurz über dem Rost enden, damit Bakterien nicht in die Wanne gelangen können. Für den Fall von plötzlichen Wasserschwällen ist hier zudem eine entsprechend große Rostaufnahme (z.B. Edelstahlwanne) zu planen.

In vielen Fällen (z.B. bei privaten Bädern, Hallenbädern, und Heizzentralen) werden sanitäre Einrichtungsgegenstände wie Waschbecken oder Waschmaschinen direkt über einen seitlichen Zulauf an den Bodenablauf angeschlossen. Hierfür gibt es Bodenabläufe mit seitlichem Zulauf DN 40 und DN 50. Dadurch wird sichergestellt, dass sich die Wasservorlage ständig erneuert und verhindert dadurch das Austrocknen des Geruchsverschlusses.


Zusammenfassung

  1. Bodenabläufe leiten das Abwasser über die Bodenbeläge oder Zuläufe ab.
  2. Bodenabläufe mit Flansche werden dazu verwendet, um Dichtungsbahnen an die Bodenabläufe anzuschließen. Dadurch soll die Durchfeuchtung der Bodenbeläge verhindert werden.
  3. Mit einer Wasservorlage ausgestatten Geruchsverschlüsse verhindert den Austritt von Kanalgasen über die Bodenabläufe.
  4. Seitliche Zuläufe in Bodenabläufen werden auch dazu benutzt, um die Wasservorlage in einem Geruchsverschluss in regelmäßigen Abständen zu erneuern. Dadurch wird ein Austrocknen des Geruchsverschlusses verhindert.

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