ACO Haustechnik

6. Installation von Pumpstationen


Was sind die wichtigsten Punkte, die bei der Wahl des Einbauortes zu berücksichtigen sind?

Zugänglichkeit

Es ist grundsätzlich bei der Planung zu berücksichtigen, dass der Einbauort für die Installation der Pumpstation gut zugänglich ist. Zudem ist bei der Platzwahl auch die Gestaltung der Druckleitung der Pumpstation miteinzubeziehen. Die Druckleitung sollte so kurz wie möglich und mit so wenig Umlenkungen wie nötig installiert werden können.

Lage der Baugrube

Bei der Lage der Baugrube ist folgendes zu berücksichtigen

  • Mit Blick auf die Verdichtung des umliegenden Erdreichs muss sich in ausreichender Entfernung vom Gebäude befinden. Damit eine optimale Verdichtung des Füllmaterials ermöglich werden kann, muss um den Schacht ein Freiraum von 600 mm vorhanden sein.
  • Unter Berücksichtigung des Freiraums ist die Baugrube so nahe wie möglich an den anzuschließenden Entwässerungsgegenständen zu platzieren, damit Zuleitungen so kurz wie möglich gehalten werden können.

Was ist beim Einbau von Pumpstationen in Bodenplatten von Kellern und Tiefgaragen zu beachten?

Die Pumpenschächte Powerlift-P und Muli-Max sind je nach Ausführung bis zu einer festgelegten maximalen Gesamteinbautiefe verwendbar. Im Außenbereich sind die maximalen Gesamteinbautiefen gemessen von Oberkante Gelände bis Unterkante Schachte wie folgt:

Muli-Max

Maximale Gesamteinbautiefe GET = 3.000 mm

Powerlift-P

Maximale Gesamteinbautiefe GET = 3.000 mm

Bei Überschreitung dieser maximalen Einbautiefen können Verformungen am Behälter auftreten, da die Konstruktion der Schächte nicht für diese zusätzlich auftretenden Erdlasten sowie den anstehenden Wasserdruck ausgelegt ist.

Beim Einbau von Pumpenschächten in Bodenplatten von Kellern und Tiefgaragen ist immer davon auszugehen, dass diese Bodenplatten sich selber bereits erheblich vertieft im Erdreich befinden. Aus diesem Grund können Verformungen des Schachts nicht ausgeschlossen werden, da die maximal erlaubten Gesamteinbautiefen überschritten werden können und der Grundwasserstand die geprüften 3 Meter überschreitet. Daher empfiehlt ACO Haustechnik in diesen Fällen dringend, den Pumpenschacht entsprechend einschlägiger Normen und Bestimmungen vollständig unterhalb und seitlich mit Beton zu verfüllen.


Was ist beim Einbau in WU- Beton zu beachten?

Die Pumpenschächte von ACO Haustechnik sind nicht für die Montage eines Abdichtkragens vorbereitet. Es ist möglich, einen solchen Abdichtkragen auf das Aufsatzstück zu montieren, jedoch kann ACO die Abdichtwirkung nicht gewährleisten. Soll der Pumpenschacht in eine Bodenplatte aus WU Beton eingesetzt werden, so wird empfohlen, dass der komplette Schacht entsprechend der statischen Anforderungen und normativen Regelungen vollständig in alle Richtungen und nach unten von einer ausreichenden Menge WU-Beton umgeben ist.

Die dazu nötigen Aussparrungen und Betonmengen sind mit Blick auf die Baustatik planerisch zu ermitteln.

Weiterhin muss bauseits sichergestellt werden, dass alle weiteren vertikalen Durchdringungen aus dem Schacht (Zuläufe, Druckleitungsanschluss, Lüftungsleitung) mit entsprechenden Abdichtelemente (Mauerkragen) versehen werden, damit an diesen Stellen kein Grundwasser zwischen dem Beton und den Anschlussrohren aufsteigen kann.


Was ist beim Einbau in Außenbereichen mit hohen Grundwasserständen zu beachten?

Bei hohen Grundwasserständen können nicht fachgerecht installierte Kunststoffschächte durch die entstehenden Auftriebskräfte verformt bzw. aus dem Erdreich herausgedrückt werden.

Die Pumpenschächte von ACO Haustechnik sind abhängig vom gewählten Schacht (Powerlift-P oder Muli-Max) und der Belastungsklasse vollständig gegen Auftrieb gesichert, ohne das bauseits weitere baulichen Maßnahmen notwendig wären:

Muli-MaxPowerlift-P

Mit Aufsatzstück und Abdeckung

für Belastungsklasse A/B

Auftriebssicher ohne bauseitige Verankerung bis Oberkante

Schachtdeckel bei einer maximalen Gesamteinbautiefe von 3 Metern.

Auftriebssicher ohne bauseitige Verankerung wenn Grundwasserspiegel

nicht höher als 50 cm unterhalb des Schachtdeckels liegt.

Mit Aufsatzstück und Abdeckung

für Belastungsklasse D

Auftriebssicher ohne bauseitige Verankerung bis Oberkante

Schachtdeckel bei einer maximalen Gesamteinbautiefe von 3 Metern.

Auftriebssicher ohne bauseitige Verankerung bis Oberkante Schachtdeckel

bei einer maximalen Gesamteinbautiefe von 3 Metern.

Werden bei den Kunststoffschächten des Typs Powerlift-P mit Abdeckung Klasse B diese Randbedingungen überschritten, so muss der Pumpenschacht bauseits mit einem Betonring gesichert werden, dessen Ausführung in der Montageanleitung des Pumpenschachts festgelegt ist:

Ist mit einem höheren Grundwasserstand als 0,5 m unter Deckeloberkante zu rechnen, wird eine bauseitige Betonummantelung notwendig.

Der Betonring (1) ist über der großen, unteren Behälterrippe (2) anzuordnen und auf diese aufzulagern.


Was ist bei Belastungsklasse D zu beachten?

Alle Pumpenschächte aus Polyethylen, die von ACO Haustechnik vertrieben werden, können mit einer Abdeckung für die Belastungsklasse D geliefert werden. Es ist dann jeweils zwingend nötig, dass der Pumpenschacht zur Verteilung der auftretenden Lasten mit einer entsprechende Betonplatte ausgestattet wird.

Die Lastverteilerplatten gehören jeweils in den Lieferumfang des Pumpenschachts, die Installation muss entsprechend der Vorgaben der Montageanleitung von ACO Haustechnik erfolgen. Wird bei diesem Belastungsfall die Montage der Lastverteilerplatte unterlassen, übernimmt ACO Haustechnik keinerlei Gewährleistungsansprüche für resultierende Folgeschäden.


Wie ist die Verrohrung für Zuläufe, Entlüftung und Druckleitung zu gestalten?

Zur Verbindung der Pumpstation mit der Abflussverrohrung aus verschiedenen Sanitärgegenständen (Duschen, Waschbecken, Toiletten, Waschmaschinen, Fettabscheidern) eignen sich mehrere Materialien. In der Regel werden Abflussrohren aus den Werkstoffen PE, PP oder PVC (meist KG- Rohr) eingesetzt.

Grundsätzlich wird empfohlen, den Anschluss über geeignete Verbinder oder Doppelmuffen so auszuführen, dass eine entsprechende Dichtheit gewährleistet werden kann. Weiterhin sind die Bedingungen aus DIN 4060 zu beachten.

  1. Zulaufleitung aus KG Rohr
  2. Entlüftungsleitung aus PVC-U-Rohr
  3. Druckleitung aus PE Druckrohr

Bei Rohrleitungsverläufen mit Temperaturschwankungen kann es erforderlich sein, die Rohrleitung zu dämmen bzw. mit einer Begleitheizung zu versehen. Die Notwendigkeit dieser Maßnahmen ist planerisch zu prüfen und sollte immer dann erwogen werden, wenn die Zulaufleitung über längere Strecken durch unbeheizte/frostgefährdete Räume geführt wird.

Die frostfreie Tiefe für Rohrleitung (Mindesteinbautiefe der Rohrleitung) beträgt laut DIN 1064 800 mm, es können örtlich jedoch andere Mindesteinbautiefen notwendig sein.


Wie ist die Entlüftung der Pumpstation vorzunehmen und warum ist das wichtig?

Alle Pumpstationen müssen an Entlüftungsleitungen angeschlossen werden. Die Entlüftungsleitungen sind über Dach zu ziehen.

Eine fehlende Entlüftung der Zulaufleitung kann zu folgenden Problemen führen:

  • In der Pumpstation kann ein Unterdruck entstehen oder
  • in der Pumpstation kann ein Überdruck entstehen.

In beiden Fällen kann dies dazu führen, dass das Sperrwasser, welches sich in den Geruchverschlüssen der angeschlossenen Bodenabläufe, Duschrinnen oder Waschbecken befindet, entweder durch den Unterdruck abgesaugt bzw. durch Überdruck aus dem Ablauf hinausgedrückt wird. Als Folge kann Geruchsbelästigung in der an die Pumpstation angeschlossenen Entwässerungsgegenstände auftreten.

Aus diesem Grund sind alle Pumpstationen separat zu entlüften. Der Querschnitt der Lüftungsleitung ist gemäß DIN EN 12050-1/-2 (jeweils Ziffer 4.3.3) abhängig von der Abwasserart und dem maximalen Volumenstrom in Litern pro Sekunde der verwendeten Pumptechnik:

Abwasserart

Maximaler Volumenstrom l/s

Mindestquerschnitt der Lüftungsleitung

Fäkalienfreies AbwasserNicht normativ vorgeschrieben

kein Mindestquerschnitt festgelegt, eine ausreichende Lüftung ist zu gewährleisten,

wir empfehlen mindestens DN 50
Fäkalienhaltiges Abwasser

bis 12 l/s

über 12 l/s

DN 50

DN 70

Alle Pumpstationen von ACO Haustechnik verfügen über einen Lüftungsanschluss. An diesen Anschluss wird die Lüftungsleitung angeschlossen.

Fäkalienpumpstationen müssen über Dach entlüftet werden. Diese Lüftungsleitung darf sowohl in die Haupt- oder Sekundärlüftung eingeführt werden. Die Lüftung darf nicht mit der zulaufseitigen Lüftungsleitung eines eventuell vorhandenen Fettabscheiders verbunden werden.


Was ist bei der Installation der Druckleitung zu beachten, bzw. wie ist diese auszuführen?

Wird die Druckleitung für eine Pumpstation installiert, so sind folgende Punkte zu beachten:

  • Die Druckleitung ist so kurz wie möglich zu halten.
  • Es sollten so wenig Umlenkungen wie möglich verbaut werden.
  • Umlenkungen sollten mit Rohrbögen 45° oder weniger ausgeführt werden.
  • Die Installation einer Rückstauschleife wird empfohlen
  • Nach dem Hochpunkt der Rückstauschleife kann die Abwasserleitung drucklos im freiem Gefälle zum Kanal verlegt werden.
  • Für die Druckleitungen kommen nur geprüfte Druckrohre infrage, die mindestens das 1,5-fache des maximalen Nenndrucks aufweisen
  • Bei längeren Druckleitungen steigen auch die Verluste, wodurch evtl. stärkere Pumpen zum Einsatz kommen müssten. Über das Auslegungstool ist dies zu prüfen und evtl. mit größeren Druckleitungsdurchmessern entgegenzuwirken. Bitte bedenken das bei jedem Pumpvorgang das anstehende Volumen in der Druckleitung ausgetauscht werden sollte um Fäulnis und Sedimentation in der Leitung entgegenzuwirken.

Die Verbindung der Druckleitungssegmente kann auf verschiedene Arten erfolgen, sie ist aber abhängig vom Material der Druckleitung. Die Verarbeitungsangaben der entsprechenden Hersteller sind zu beachten.

Alternativ lässt sich PVC Druckrohr auch verkleben. Die Art der Verbindungsmöglichkeiten variieren bei den Pumpschächten von ACO Haustechnik. Die Wahlmöglichkeiten sind bei der Planung abhängig vom Produkt zu prüfen.

Die vom Pumpenschacht wegführende Druckleitung darf nicht mit stetiger Steigung zum Kanalanschluss verlegt werden, es wird dringend empfohlen, eine Rückstauschleife herzustellen. Da diese Rückstauschleife bei einer Pumpenstation nicht immer zurück in das Gebäude verlegt werden kann, sind folgende Aspekte zu beachten:

  • Die Rückstauschleife ist an einer Stelle zu montieren, wo sie kein Hindernis für Personen- oder Fahrzeugverkehr darstellt
  • Da sich in der Druckleitung stets Abwasser befindet, muss ein Einfrieren der Druckleitung bei Frost verhindert werden.

Wird die Rückstauschleife im Freien in einem Freiluftschrank montiert und es besteht im Winter Frostgefahr, so ist ein Freiluftschrank mit Heizung und Thermostat einzuplanen. Im Lieferprogramm von ACO Haustechnik befinden sich Freiluftschränke mit und ohne Heizung. Ausgewählte Freiluftschränke eignen sich auch zur zusätzlichen Aufnahme des Schaltgeräts.


Installation von Staudruckglocke, Druckaufnehmer oder Schwimmerschaltern

Je nach baulichen Anforderung werden Pumpstationen von ACO Haustechnik zur Steuerung der Pumpentechnik entweder mit Staudruckglocke, Druckaufnehmer oder Schwimmerschaltern ausgestattet.

Für die Verwendung gilt generell:

StaudruckglockeDruckaufnehmer

Schwimmerschalter

Maximale Distanz zwischen Pumpen und Steuerung

20 Meter100 MeterKönnen bauseits verlängert werden

Montage der Staudruckglocke

Die Staudruckglocke (1) wird mit einem pneumatischen Messschlauch (2) verbunden.

Im Pumpenschacht befindet sich eine Montageschiene (3). Auf dieser wird der Pneumatikschlauch durch eine Verschraubung (4) befestigt. Die Länge des sich unterhalb der Verschraubung befindlichen Schlauchs (2) ist entsprechend der Montageanleitung auszuführen.

Es ist darauf zu achten, dass der Schlauch, der sich oberhalb der Verschraubung befindet (5), knickfrei und mit Gefälle zur Verschraubung verlegt wird. Der Schlauch muss am Schaltgerät der Pumpensteuerung an der dafür vorgesehenen Verschraubung angeschlossen werden.

Die Länge des mitgelieferten Druckschlauchs beträgt 20 Meter. Der Schlauchlänge kann bauseits eingekürzt werden, eine Verlängerung ist nicht möglich da die Messgenauigkeit dann sinken würde.

Montage des Druckaufnehmers

Der Druckaufnehmer (1) wird mit einem Elektrokabel zur Signalweiterleitung (2) verbunden.

Erfolgt die Verwendung des Druckaufnehmers in fäkalienhaltigem Abwasser, so muss das Elektrokabel über eine Sicherheitsbarriere (3) geführt werden, bevor das Kabel an das Schaltgerät der Pumpstation (4) angeschlossen werden kann. Die Montage des Kabels erfolgt auf einer vormontierten Schiene über eine mitgelieferte Verschraubung.

Die Signalleitung kann bauseits gekürzt werden. Bei der Verlängerung muss ein entsprechendes Montageset verwendet werden, wobei der Mitgeführte Schlauch zum Druckausgleich nicht unterbrochen werden darf. Andernfalls ist die Messung verfälscht.

Montage der Schwimmerschalter

Soll die Steuerung der gesamten Pumptechnik über Schwimmerschalter erfolgen, so sind je nach Ausführung (mono oder duo) bis zu vier Schwimmerschalter zu montieren.

Die Montage der Schwimmerkabel erfolgt auf einer vormontierten Schiene (2) über eine mitgelieferte Verschraubung (1). Die Länge des einzustellenden Schwimmerkabels unterhalb der Verschraubung (3) hängt von der Funktion des Schwimmerschalters (Pumpe 1, Pumpe 2, Vor-Alarm, Alarm).

Erfolgt die Verwendung in fäkalienhaltigem Abwasser, so müssen dafür speziell geeignete Schwimmerschalter verwendet werden.


Zusammenfassung

  1. Der Einbauort für die Installation der Pumpstation muss gut zugänglich sein und muss sich in ausreichender Entfernung vom Gebäude befinden. Ein zusätzlicher Freiraum von 600 mm muss beim Erstellen der Baugrube zum Verfüllen und Verdichten im Erdreich sein.
  2. Die maximale Gesamteinbautiefe der ACO Pumpenschächte Powerlift-P und Muli-Max darf 3.000 mm nicht überschreiten, da ansonsten Verformungen am Behälter auftreten können.
  3. Es wird dringend empfohlen, Pumpenschächte, die in Bodenplatten von Kellern und Tiefgaragen installiert werden, vollständig einzubetonieren, da sich Kellergeschosse und Tiefgaragen zumeist schon vertieft im Erdreich befinden und somit die maximal erlaubte Gesamteinbautiefe für die Pumpschächte in der Regel überschritten wird.
  4. Beim Einsetzen einer ACO Pumpstationen in einer Bodenplatte aus WU-Beton muss der Schacht entsprechend der normativen und planerischen Vorgaben vollständig im WU-Beton einzubringen. Alle Durchdringungen (Zulauf, Lüftung, Druckleitung) sind mit passenden Dichtkragen zu versiegeln.
  5. Bei besonders hohen Grundwasserständen muss die Pumpstationen Powerlift-P der Belastungsklasse B bauseits gemäß der Montageanleitung in einem bauseits zu erstellenden Betonring verankert werden.
  6. Alle Pumpstationen, die den Belastungsfall Klasse D erfüllen müssen, werden mit einer zusätzlichen Lastverteilerplatte montiert.
  7. Auch Pumpstationen zum Erdeinbau müssen zwingend mit einer Rückstauschleife über die Rückstauebene ausgestattet werden. Die Druckleitung ist dazu entweder zurück in das Gebäude oder über einen passenden Freiluftschrank zu führen.
  8. Zur Steuerung der Pumpen werden entweder eine Staudruckglocke, ein Druckaufnehmer oder mehrere Schwimmerschalter verwendet. Die Befestigung erfolgt auf einer dafür vorgesehenen Schiene im Pumpenschacht unter Berücksichtigung der Montageanleitung. Staudruckglocke, Druckaufnehmer und Schwimmerschalter sind anschließend am Schaltgerät MultiControl aufzulegen.

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