ACO Haustechnik

In wieweit stellen Flachdachabläufe eine Gefährdung im Brandfall dar?

Flachdachabläufe sind in die Dachkonstruktion integriert und stellen somit einen Übergang zwischen dem Außen- und Innenbereich dar. Im Brandfall können giftige Dämpfe und Rauch über die Abläufe nach oben austreten. Dies kann dazu führen, dass sich in angrenzenden Gebäuden, die das Flachdach überragen, über Öffnungen wie Fenster, Türen, usw. giftige Dämpfe und Rauch ausbreiten und somit zur Gefahr werden.

Im Bereich von Flachdächern werden daher gemäß den Landesbauordnungen Brandschutz-Flachdachabläufe (auch Brandschutzabläufe genannt) eingesetzt. wenn in diesen Bereichen der Abstand zwischen Dachabläufen und einer aufgehenden Wand (mit Öffnungen oder ohne Feuerwiderstandsfähigkeit) kleiner als fünf Meter ist. Bei Brandschutzabläufen handelt es sich um keine geregelten Bauprodukte. Daher ist für die Verwendung eine Zulassung (Verwendungsnachweise) nötig.

Im Bedarfsfall kann es auch notwendig sein, Brandschutzabläufe auf Laufwegen unabhängig von der oben genannten Entfernung zu installieren. Dies wäre beispielsweise erforderlich, wenn in Einzelfällen sekundäre Fluchtwege über begehbare Flachdachbereiche ausgewiesen werden.

In diesem Fällen sind daher Flachdachabläufe mit Brandschutzvorrichtungen einzubauen. Dadurch wird die Brand- und Rauchweiterleitung auf den in Frage kommenden begehbaren Dachbereich bzw. in den angrenzenden Gebäudebereich verhindert. Besonders zu beachten ist die Feuerwiderstandsklasse der Dachdecke. Demzufolge muss der Dachablauf mindestens der gleichen oder einer höheren Feuerwiderstandsklasse entsprechen.


Wie funktionieren ACO Flachdachabläufe mit Brandschutzvorrichtungen und wie müssen Dämmkörper ausgeführt werden?

Ausgewählte Flachdachabläufe zur Freispiegel- und Unterdruckentwässerung mit senkrechtem Ablaufstutzen können mit Brandschutzeinsätzen ausgestattet werden. Diese Einsätze lassen sich auch nachträglich einbringen und können zur Kontrolle auch wieder problemlos entnommen werden.

Es ist zu beachten, dass durch den Einsatz eines Brandschutzeinsatzes die bauliche Verengung des Ablaufstutzens einhergeht. Dies hat zur Folge, dass sich je nach Ablauf die Abflussleistung reduziert. Die entsprechenden Werte finden sich in den Produktunterlagen von ACO Haustechnik.

Links auf dem Bild zu sehen: Flachdachablauf aus Gusseisen mit Brandschutzeinsatz (B) und Wärmedämmung (A)

Kommen Flachdachabläufe in gedämmter Ausführung zum Einsatz, so ist eine passende Wärmedämmung zu verwenden. Im Lieferprogramm von ACO Haustechnik befinden sich geeignete Dämmkörper. Im Brandfall erfolgt der Verschluss des Ablaufstutzens in zwei Stufen:

Betriebszustand mit Brandschutzeinsatz (Originalzustand)

Beim Brand steigen die Temperaturen- Metallplatte mit Intumeszensmasse fällt – der Rauchstopp hat ausgelöst.

Bei etwa 140 °C dehnt sich das Blähgrafit auf und verschießt den Ablauf. De Einsatz ist im Ablauf integriert, dadurch wir der Ablauf unabhängig von der Rohrleitung verschlossen.

Geeignete Brandschutzeinsätze von ACO Haustechnik sind sowohl für die hauseigenen Flachdachabläufe wie auch für die Parkdeckabläufe (dargestellt in den obenstehenden Funktionsabbildungen) erhältlich.

Waagerechte Flachdachabläufe werden in der Regel auf der Dachkonstruktion im Dämmbereich installiert, sie durchdringen keine Brandschutzbereiche und sind daher mitsamt der Rohrleitung im Schadensfall der direkten Flammeneinwirkung des darunterliegenden Gebäudebereiches entzogen. Eine Ausstattung dieser waagerechten Flachdachabläufe mit Brandschutzeinsätzen hätte daher keine Wirkung und wird daher nicht angeboten.


Welche Zulassungen/Prüfungen sind nötig, und welche Normen und Vorschriften sind zu beachten?

Wie bereits zuvor erwähnt, verlangen die Landesbauordnungen die Verwendung von Flachdachabläufen mit entsprechenden Brandschutzsicherungen, wenn in diesen Bereichen der Abstand zwischen Dachabläufen und einer aufgehenden Wand (mit Öffnungen oder ohne Feuerwiderstandsfähigkeit) kleiner als fünf Meter ist. Neben der zuvor beschriebenen Funktion der Brandschutzeinsätze müssen die Abläufe selber auch eine Feuerwiderstandsklasse (R) aufweisen, die folgender Einteilung folgt:

Feuerwiderstandsklasse (R) für RohrabschottungenFeuerwiderstandsdauer
R3030 Minuten
R6060 Minuten
R9090 Minuten
R120120 Minuten

Neben der Feuerwiderstandsklasse für Bauprodukte, die mit der obigen Bezeichnung angegeben wird, existiert die gleiche Einteilung auch für Gebäudedecken, welche anstelle des Buchstabens „R“ mit dem Buchstaben „F“ beginnt. Die Feuerwiderstandsfähigkeit F90 einer Gebäudedecke beträgt dementsprechend 90 Minuten.

Feuerwiderstandsklasse (F) der GebäudedeckeFeuerwiderstandsdauer
F3030 Minuten
F6060 Minuten
F9090 Minuten
F120120 Minuten


Wie erfolgen die Brandschutzprüfungen für die Flachdachabläufe und für die zugehörigen Brandschutzeinsätze?

Der Prüfaufbau für Brandschutz-Flachdachabläufe gemäß den zugrundeliegenden Normen muss unter anderem nach Folgenden Voraussetzungen aufgebaut sein:

  • Der Ablauf mitsamt dem Brandschutzeinsatz wird möglichst so eingebaut, dass der Einbau als repräsentativ für die Praxis gesehen werden kann.
  • Eine Anschlussleitung wird gemäß den Anforderungen der Prüfnorm mit dem Ablaufkörper verbunden.
  • Die Betondecke, in dem das Prüfobjekt installiert wurde, weist eine Dicke von mindestens 150 mm auf.
  • Die Prüfdauer beträgt 30, 60, 90 und 120 Minuten – die ACO Gruppe verlängert die Prüfung um weitere fünf Minuten
  • Die Prüftemperatur erfolgt nach der sog. Einheitstemperaturkurve und erreicht somit nach 120 Minuten eine Temperatur von über 1000 °C
  • An speziellen Teilen des Ablaufkörpers (Flansch und Rost) werden im Verlauf der Prüfung Temperaturmessungen vorgenommen.

Die Prüfung gilt nach DIN 4102-11 als bestanden, wenn

  • während der Prüfdauer kein Rauch und kein Feuer am Prüfobjekt auftritt
  • während der Temperaturprüfung an Flansch und Rost keine höhere Temperatur als 180 K gemessen wird.

Welche Anforderungen sind für Betondecken bzw. Trapezblechdächer zu beachten, wenn Brandschutz-Flachdachabläufe eingesetzt werden?

Je nach Dachart müssen entsprechend der Zulassung der ACO Flachdachabläufe verschiedene Vorgaben eingehalten werden, ansonsten ist eine Installation nicht zulässig.

Sollen die Abläufe in Flachdächer aus Beton eingebaut werden, so müssen diese Betondächer (A) eine Mindestdicke von 150 mm aufweisen. Die Einrechnung einer Kiesschüttung (C) oder einer Wärmedämmung (B) ist nicht erlaubt. Die Feuerwiderstandsfähigkeit der Betondecke an sich ist von den Planern mit Blick auf entsprechende Vorschriften festzulegen und kann nicht von ACO Haustechnik begleitet werden.

Einbau von Flachdach-Brandschutzabläufen in Betondecken:

Der Einbau von Flachdachabläufen in Trapezblechdächern erfordert gemäß DIN 18234-3 mit Blick auf den Brandschutz zusätzliche bauliche Maßnahmen gegen die Brandweiterleitung. Es muss im Brandfall der Eintritt von Flammen und Gasen über die Profil- oder Dachhohlräume am Dachablauf verhindert werden.

Einbau von Flachdach-Brandschutzabläufen in Leichtmetalldächern (Trapezblech):


Wie erfolgt die Wartung von Brandschutz-Flachdachabläufen?

Die Wartung und Inspektion von Flachdachabläufen hat gemäß DIN 1986-3 mindestens zweimal im Jahr zu erfolgen. Dies gilt auch für Flachdachabläufe mit Brandschutzeinsätzen.

Bei dieser Wartung sind auch mit Blick auf die eingesetzten Brandschutzeinsätze die folgenden Tätigkeiten durchzuführen.

  • Es ist zu prüfen, ob ein ungehinderter Zu- und Ablauf des Regenwassers gewährleistet ist
  • Die Schmutzfänger und Rostaufsätze sind zu reinigen
  • Bei installierten Heizungen ist deren Funktion zu prüfen
  • Der Brandschutzeinsatz ist zu Entnehmen und auf Unversehrtheit zu prüfen.

Fehlende oder defekte Teile müssen sind schnellstmöglich auszutauschen und eine Protokollierung und Bestätigung der durchgeführten Kontrollen wird dringend empfohlen, auch wenn dies nicht vorgeschrieben ist. Dadurch lässt sich im Schadensfall die bestimmungsgemäße Wartung der Bauteile nachweisen.


Zusammenfassung

  1. Im Brandfall können über senkrechte Dachdurchführungen giftige Dämpfe und Rauch aus den darunterliegenden Gebäudebereichen austreten.
  2. Durchdringen Dachabläufe und die zugehörige Rohrleitung den Aufbau eines Flachdachs, so sind Maßnahmen zum Brandschutz zu ergreifen, wenn sich die Flachdachabläufe näher als fünf Meter an aufsteigenden Gebäudeteilen mit Fenstern oder anderen Öffnungen befinden.
  3. Zum Brandschutz dürfen nur Flachdachabläufe und Brandschutzeinsätze verwendet werden, die über eine AbZ-Nummer verfügen.
  4. Die Brandschutzeinsätze von ACO Haustechnik verschließen im Brandfall die Ablaufstutzen der Dachabläufe mit senkrechten Ablaufstutzen. Durch den Einsatz von Brandschutzeinsätzen reduziert sich die Abflussleistung der Dachabläufe.
  5. Die Prüfung der Flachdachabläufe und der Brandschutzeinsätze erfolgt gemäß der Prüfkriterien und Messvorgaben aus den anwendbaren Normen.
  6. Der Einbau der Flachdachabläufe muss gemäß den Herstellerangaben erfolgen.
  7. Es ist planerisch darauf zu achten, dass ACO Flachdachabläufe mit Brandschutz nur in Betondecken mit einer Dicke von mindestens 150 mm verwendet werden.
  8. Bei Einsatz der Flachdachabläufe auf Dächern aus Leichtmetall sind eventuell angeschnittene Profilhohlräume gemäß den Vorgaben aus DIN 18234-3 zu verschließen, damit keine Brandweiterleitung entlang dieser Hohlräume ausgehend von der Position der Dachabläufe erfolgen kann.
Jetzt weiterlesen >> Funktionen
TOP